Corona-Krise

Welche Hilfen Sie sich jetzt sichern sollten

Die Coronavirus-Epidemie hat schwerwiegende Folgen für Menschen und Unternehmen mit sich gebracht. Um Arbeitsplätze zu erhalten und Unternehmen zu schützen, beschloss die Bundesregierung ein umfangreiches Bündel von Maßnahmen.

Für den Erhalt der Arbeitsplätze wurde die Kurzarbeiter-Regelung angepasst. Betroffene Unternehmen können Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit erstatten lassen, Leiharbeitnehmer sind künftig eingeschlossen und es müssen nur 10 % der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen sein, damit die Regelungen greifen.

Weitere Informationen durch Ihren Lohnsachbearbeiter oder vorab unter www.arbeitsagentur.de

Über ihre Hausbanken erhalten Unternehmen den Zugang zu Krediten und Bürgschaften bei der staatlichen KfW-Bank. Dazu will die Bundesregierung zusätzliche Sonderprogramme für alle entsprechenden Unternehmen bei der KfW auflegen.

Weitere Informationen unter www.kfw.de

Neben der finanziellen Unterstützung durch unkomplizierte und günstige KfW-Kredite steht der Bund und die Länder auch sog. Solo-Selbständigen, Künstlern und Kleinstunternehmen mit einem Förderprogramm in Form von – nicht zurückzuzahlenden – Zuschüssen zur Seite.

Auch für Künstler und Kultureinrichtungen sollen die speziellen Belange des Kulturbetriebs und der Kreativen miteinbezogen werden, wenn es um Unterstützungsmaßnahmen und Liquiditätshilfen geht.

Für die Exportwirtschaft will der Bund mit Garantien (sog. Hermesdeckungen) eine flexible, effektive und umfassende Unterstützung bereitstellen.

Weitere Informationen unter www.bmwi.de

Gleichzeitig ist eine Reihe von steuerpolitischen Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern (z. B. Stundungen von Steuerschulden und Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge bis Ende des Jahres 2020). Des Weiteren wurden die Voraussetzungen, um Vorauszahlungen von Steuerpflichtigen anzupassen, erleichtert.

Weitere Informationen unter www.bundesfinanzministerium.de

Zusammenstellung finanzielle Hilfsmaßnahmen Deutscher Steuerberaterverband

Der DStV gibt einen Überblick, welche Regelungen und Erleichterungen Steuerberater und ihre Mandanten im Hinblick auf die Corona-Lage kennen sollten.

Die DStV-Übersicht fasst wesentliche Informationen für Steuerberater und ihre Mandanten zusammen. Sofern sich Neuerungen ergeben, wird der DStV die Übersicht möglichst zeitnah aktualisieren. Bitte beachten Sie, dass die Übersicht lediglich der Orientierung dient. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

DStV-Übersicht zu Corona – Informationen für Steuerberater und ihre Mandanten

Wir unterstützen Sie: Was wir hierzu von Ihnen benötigen

Welche Unterlagen benötigen wir:
Voraussetzungen:

Beschlossene Erleichterungen:

  • Nur noch mindestens 10 % Ihrer Arbeitnehmer müssen vom Entgeltausfall betroffen sein (vorübergehende Regelung).
  • Auf den Einsatz negativer Arbeitszeitsalden (z. B. Überstundenkonten) zur Vermeidung von Kurzarbeit wird vollständig oder teilweise verzichtet.
  • Kurzarbeitergeld kann auch für Leiharbeiter beantragt werden.
  • Der Arbeitgeberanteil an Sozialversicherungsbeträgen für Arbeitnehmer in Kurzarbeit wird vollständig erstattet.

Ihre Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf das Kurzarbeitergeld, wenn

  • in Ihrem Unternehmen mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt ist,
  • bei Ihnen ein erheblicher Arbeits- mit Entgeltausfall vorliegt,
  • die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen (z. B. ein ungekündigtes versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis) vorliegen,
  • Sie als Unternehmen der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit den Arbeitsausfall angezeigt haben.

Sie müssen nach Zustimmung Ihrer Beschäftigten oder Betriebsrat zunächst die Kurzarbeit bei der für Sie zuständigen Arbeitsagentur anmelden. Dies können Sie im Online-Verfahren über die Webseite der Arbeitsagentur vornehmen. Die Arbeitsagentur prüft sodann das Vorliegen der Voraussetzungen. Wurde die Kurzarbeit genehmigt, kann auch das Kurzarbeitergeld online beantragt werden.

Welche Unterlagen benötigen wir:

Den Vordruck für Steuererleichterungen wegen der Corona-Krise können Sie sich ab sofort auf den Seiten des Finanzamtes herunterladen.

  • Antrag auf zinslose Stundung
  • Antrag auf Herabsetzung von Vorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer)
  • Antrag zur Herabsetzung des Steuermessbetrags für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlung
Beachen Sie folgendes Vorgehen:
  1. Füllen Sie den Antrag soweit wie möglich mit Ihren Stammdaten aus.
  2. Kreuzen Sie an, welche Steuervergünstigung Sie in Anspruch nehmen möchten oder ob sogar beides beantragt werden soll.
  3. Bei der Stundung von aktuellen Steuerforderungen haben Sie einen besseren Überblick über den aktuellen Stand der Steuerschuld. Wir sind im Regelfall nur Empfänger von Steuerbescheiden im Rahmen des Steuerfestsetzungsverfahrens.
  4. Tragen Sie den zu stundenden Betrag ein. Eventuell wäre es ausreichend anzumerken, dass alle offene Beträge zu stunden wären, ohne Angabe eines Wertes. Geben Sie die angedachten Zahlungsmodalitäten an.
  5. Bei den Anpassungen der Vorauszahlungen geben Sie im Schätzwege den Betrag der zukünftigen Vorauszahlungen an.
  6. Versehen Sie das Dokument mit Ihrem Namen und Unterschrift.
Rückzahlung bereits geleisteter Umsatzsteuer-Vorauszahlungen:

Zur Sicherstellung einer möglichst reibungslosen und schnellen Hilfe von den durch die Corona-Pandemie betroffenen Unternehmern besteht die Möglichkeit bereits geleistete Umsatzsteuersondervorauszahlungen wieder zurückerstattet zu bekommen.

Setzen Sie sich mit Ihrem Buchhaltungs-Sachbearbeiter in Verbindung.

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen:

Der GKV-Spitzenverband informiert, dass Arbeitgeber die Stundung der Sozialversicherungsbeitragszahlungen beantragen können, wenn sie unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen und in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Voraussetzungen sind eng und vorrangig sind sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen zu nutzen. Eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat, ist in aller Regel ausreichend. Zunächst können bereits fällig gewordene oder noch fällig werdende Beiträge für die Ist-Monate März 2020 bis April 2020 zinsfrei und ohne Sicherheitsleistungen gestundet werden.

Setzen Sie sich mit Ihrem Lohn-Sachbearbeiter in Verbindung.

Steuer- und abgabenfreie Sonderzahlungen an Mitarbeiter:

In der Corona-Krise werden Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Betrag von EUR 1.500 im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun  bis zu diesem Betrag Beihilfen und Unterstützungen steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei

Setzen Sie sich mit Ihrem Lohn-Sachbearbeiter in Verbindung.

Sie müssen den Antrag online stellen:

Wir weisen darauf hin, dass Sie als Mandant den Antrag persönlich stellen müssen. Wir werden Ihnen hierzu nur unterstützend zur Seite stehen.

Wichtiger Hinweis:

Der Ansturm auf Soforthilfen im Rahmen der Corona-Krise ist gewaltig. Unzählige Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige brauchen jetzt finanzielle Unterstützung um ihre Existenz zu sichern.

Doch bei allem Bemühen um schnelle Hilfe: Beim Ausfüllen der Anträge ist höchste Vorsicht geboten! Denn auch wer nur versehentlich falsche Angaben macht, riskiert ein Strafverfahren wegen Subventionsbetrug.

Antragstellung über Ihre Hausbank:

Ab 15. April können kleine und mittelständische Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern die neuen Schnellkredite des Bundes über die Förderbank KfW beantragen. Wir haben hierüber bereits berichtet. Der Staat übernimmt dabei 100 Prozent des Ausfallrisikos, eine Risikoprüfung findet nicht statt. Die Kredithöhe liegt bei drei Monatsumsätzen des Jahres 2019. Maximal gibt es für Unternehmen mit 11 bis 49 Mitarbeitern 500.000 Euro und für Unternehmen ab 50 Mitarbeitern 800.000 Euro.

Die Antragstellung erfolgt über Ihre Hausbank. Sprechen Sie deshalb Ihren Bankberater an. Wir als Ihr Steuerberater werden Sie unterstützen und alle vorhandenen Unterlagen und Auswertungen zur Verfügung stellen.

Antragstellung über Ihre Hausbank:

Zum 05. Mai 2020 führt die LfA den LfA-Schnellkredit mit obligatorischer 100%-iger Haftungsfreistellung zur Unterstützung von Kleinstunternehmen ein.

Antragsberechtigt sind erwerbswirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen, Einzelunternehmer und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu zehn Mitarbeitern, die über eine Betriebsstätte / Niederlassung in Bayern verfügen. Das Unternehmen muss seit mindestens 01. Oktober 2019 am Markt aktiv sein und in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt haben. Außerdem war das Unternehmen zum 31. Dezember 2019 nicht als Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß EU-Definition einzustufen und hatte zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse.

Die wichtigsten Programmbedingungen nochmals in Kürze:

  • Einheitliche Zinskondition von 3 % p. a. (keine Anwendung des RGZS)
  • Zwei Laufzeitvarianten stehen zur Verfügung (5-10 Jahre)
  • Kredithöchstbetrag:
    • 1-5 Mitarbeiter: 50.000,00 EUR
    • 6-10 Mitarbeiter: 100.000,00 EUR
    • Bewilligte / beantragte Soforthilfen des Bundes bzw. des Freistaats Bayern müssen vom Höchstbetrag abgezogen werden
    • Die Summe von 25% des Jahresumsatzes 2019 des antragstellenden Unternehmens darf nicht überschritten werden
  • Antragstellung ist nur einmalig möglich
  • Einmaliges Sondertilgungsrecht für den kompletten Restdarlehensbetrag

Die Antragstellung erfolgt über Ihre Hausbank. Sprechen Sie deshalb Ihren Bankberater an. Wir als Ihr Steuerberater werden Sie unterstützen und alle vorhandenen Unterlagen und Auswertungen zur Verfügung stellen.

Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung!
Mo - Do : 08:00 - 17:00 Uhr
Freitag : 08:00 - 13:00 Uhr
Tel.: (0 92 31) 99 89 - 0
info@barth-steuerberatung.de

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